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ISSN 0948-8758
Nr. 366 / 72. Jahrgang – 17. Dezember 2025
Das Magazin des Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung

Rezession, neue Technologien und Fachkräftemangel: Die deutsche Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Schon Anfang der 1980er Jahre sah sich Josef Grünbeck mit seinem Unternehmen einer ähnlichen Lage gegenüber. Er reagierte mit mutigen unternehmerischen Entscheidungen und dem Ausbau seines Mitarbeiterbeteiligungsmodells der „sozialen Partnerschaft“. Von da an konnten alle Angestellten Gesellschafter werden. Ende der Achtzigerjahre war der Wasseraufbereiter aus Höchstädt über die Landesgrenzen hinaus bekannt und hatte sich einen Platz an der Spitze erkämpft.
Das Beispiel von Josef Grünbeck kann Unternehmen heute als Aufruf dienen: Beteiligung – jetzt erst recht. In wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten kann es entscheidend sein, Beschäftigten Perspektiven zu geben und sie an künftigen Erfolgen zu beteiligen. Beteiligungsmodelle motivieren, schaffen Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens und gleichen Einbußen in Schwächephasen aus. Auch die Praxisbeispiele dieser Ausgabe zeigen: Wo Partizipation gelebt wird, entsteht ein starkes Gemeinschaftsgefühl und ein Gefühl der Verantwortung.
Josef Grünbeck war nicht zuletzt Vorbild für die Einführung eines Wissenschaftspreises, der seinen Namen trägt. Der von der Loni- und Josef-Grünbeck-Stiftung gestiftete und vom Bundesverband AGP organisierte Preis soll wegweisende wissenschaftliche und praxisnahe Arbeiten zu Themen wie Mitarbeiteraktien, Gewinnbeteiligung, Mitbestimmung, organisationale Demokratie oder betriebliche Partnerschaftsmodelle sichtbar machen.
Der internationale Austausch über Mitarbeiterbeteiligung auf dem diesjährigen „Oxford Symposium on Employee Ownership“ verdeutlicht, wie vielfältig dieses Thema heute weltweit diskutiert und umgesetzt wird. Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung geht dabei weit über ein personalpolitisches Instrument hinaus. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Unternehmensnachfolge, der Vermögensbildung und der wirtschaftlichen Stabilität. Modelle wie die Employee Stock Ownership Plans (ESOPs) in den USA oder die Employee Ownership Trusts (EOTs) in Großbritannien erreichen eine große Zahl von Beschäftigten und können insbesondere mit Blick auf einfache Lösungen für die Unternehmensnachfolge wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung deutscher Rahmenbedingungen geben.
Als AGP sehen wir es als unsere Aufgabe, Orientierung zu geben, Wissen zu bündeln und den politischen Dialog aktiv mitzugestalten. Diese Mitteilungen sollen Ihnen Inspiration sein und Denkanstöße für Ihre Arbeit liefern. Wir danken allen Autorinnen und Autoren, die mit ihren vielfältigen Perspektiven und Analysen zu dieser Ausgabe beigetragen haben.
Wir wünschen Ihnen eine anregende und interessante Lektüre.
Mit herzlichen Grüßen
Ilka Schulze, 1. Vorsitzende der AGP
Dirk Lambach, Geschäftsführer der AGP