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ISSN 0948-8758
Nr. 364 / 70. Jahrgang – 12. Dezember 2023
Das Magazin des Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung

natürlich stand für unseren Verband im abgelaufenen Jahr 2023 die Begleitung des politischen Entscheidungsprozesses zur neuen Förderung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung im Mittelpunkt. Wir haben dabei viel erreicht, wenngleich der ganz große Wurf mit einem Freibetrag von 5.000 EUR dann doch ausgeblieben ist.
Es gab in diesem Gesetzgebungsverfahren intensiven Diskussionen nicht nur um den hohen Freibetrag, sondern auch um die so wichtige Entgeltumwandlung, die nachgelagerte Besteuerung und die „Wiederbelebung der Vermögensbildung”. Die nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen und Wendungen der Bundesregierung, die parlamentarische Debatte zur Verabschiedung des Gesetzes und die besondere Rolle der Startups boten Einblick in die aktuelle politische Kultur, die mit Begriff „verwunderlich” ganz treffend bezeichnet werden kann.
Wir haben versucht, in all den Monaten nicht den Überblick zu verlieren und hatten mit dem Deutschen Aktieninstitut und dem Führungskräfteverband ULA aktive und engagierte Partner. Und wir können wohl durchaus feststellen, dass wir an der einen oder anderen Stelle mit unseren Argumenten im Sinne der Mitarbeiterbeteiligung und der Unternehmen, die diese fantastische Idee vielfach und erfolgreich umgesetzt haben, durchaus durchdringen und überzeugen konnten. Gleichwohl, es bleibt noch immer einiges zu tun, um die Beteiligungskultur und die Vermögensbildung in Deutschland maßgeblich zu stärken und auszubauen.
Von all dem handelt dieses Heft. Und noch von viel mehr: Wir berichten über Ideen, Konzepte und eine unternehmerische Praxis, die gewissermaßen über die Mitarbeiterkapitalbeteiligung hinausgeht. Es geht um Unternehmen in mehrheitlichem Mitarbeitereigentum, um Trust- und Stiftungskonzepte, die vor allem im angelsächsischen Raum immer weiter verbreitet sind, um „Verantwortungseigentum” und eine neue Rechtsform, die „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen”. Alles Themen und Überlegungen, die keineswegs nur von einigen ausgewählten Unternehmen unterstützt oder praktiziert werden, sondern im Bereich der jungen und der innovativen Unternehmen sowie auch in den Familienunternehmen des deutschen Mittelstands immer attraktiver werden. Wir wollen derartige Ideen und Konzept zukünftig verstärkt aufgreifen, kritisch begleiten und, wenn es wichtig und sinnvoll ist, auch in unserem Umfeld diskutieren und propagieren. Dabei soll die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und auch mit der Wissenschaft ausgebaut werden.
Weiterhin schildert Prof. Rainer Sieg in einem ausführlichen Beitrag die turbulente Geschichte der Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand, ihrer wechselvollen Regelungen und Förderrahmen von 1961 bis zur überfälligen Anhebung der Einkommensgrenzen zum 1.1.2024.
Und schließlich stellen wir in diesem Heft drei Unternehmen vor, bei denen die materielle und die immaterielle Mitarbeiterbeteiligung gewissermaßen zur unternehmenskulturellen DNA zählt und die dementsprechend höchst attraktive Beteiligungsprogramme – zum Teil mit Hilfe der AGP – eingeführt habe.
Unser Dank gilt den Gastautoren, die an diesem Heft mitgewirkt haben. Und wie in jedem Jahr danken wir auch den AGP- Mitgliedsunternehmen, den ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern sowie den Partnern und Sponsoren ganz herzlich, ohne deren Unterstützung die Arbeit unseres Verbandes nicht möglich wäre.
Ilka Schulze, 1. Vorsitzende der AGP
Dr. Heinrich Beyer, Geschäftsführer der AGP