AGP Aktuell

Kapitalbeteiligung statt Umverteilung

Kapital konzentriert sich im 21. Jahrhundert nicht zuletzt durch die abnehmende Bedeutung des Arbeitseinkommens immer stärker in den Händen einer kleineren Bevölkerungsgruppe, wie Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse der Anlagegesellschaft Allianz Global Investors in seinem Aufsatz „Kapitalbeteiligung im 21. Jahrhundert: Antwort auf Thomas Piketty“ feststellt. Während Thomas Piketty jedoch vor allem eine Vermögenssteuer als Lösung gegen diese Ungleichheit vorschlägt, spricht sich Naumer dafür aus, die Arbeitnehmerseite an der zunehmenden Bedeutung des Kapitals stärker zu beteiligen. Seinen Berechnungen zu Folge können selbst kleine Sparbeiträge zur umfangreichen Kapitalbeteiligung der Erwerbstätigen führen, was wiederum die Kapitaleinkünfte stärkt und insgesamt eine von Piketty geforderte Umverteilung obsolet erscheinen lässt.

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Beteiligung verbessert die Arbeitszufriedenheit

Eine Studie des interdisziplinären Forschungszentrum CEP (Centre for Economic Performance) der London School of Economics and Political Science (LSE) zeigt, dass die Zufriedenheit der Arbeitnehmer mit ihrer Arbeit nicht nur von der Höhe ihres Gehalts abhängig ist sondern auch von der Art, in welcher Form sie vergütet werden. Alex Bryson, Andrew E. Clark, Richard B. Freeman und Colin P. Green weisen in ihrer Arbeit einen belastbaren positiven Zusammenhang zwischen der Arbeitszufriedenheit und gruppenorientierten Vergütungssystemen wie Gewinnbeteiligungen, Boni und Kapitalbeteiligungen nach. Die Autoren fanden heraus, dass insbesondere Kapitalbeteiligungen, die im englischsprachigen Raum als „share capitalism“ bezeichnet werden, positive Folgewirkungen auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter haben. Unter anderem konnten die Autoren belegen, dass selbst bei schlechten Arbeitsbedingungen negative Effekte auf die Arbeitszufriedenheit durch die Beteiligung der Beschäftigten am Unternehmenskapital abgeschwächt werden.

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Wechsel im AGP Vorstand

Nach fünfjähriger Amtszeit hat Walter Ernst auf eigenen Wunsch den Vorsitz des AGP-Vorstands an den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, Dr. Paul Reuter, übergeben. Er habe immer einen Plan gehabt, mit welchem Alter er seine ehrenamtlichen Aktivitäten reduzieren wolle, so Ernst, der im Herbst 72 Jahre alt wird. Ernst wird sich jedoch weiterhin als reguläres Vorstandsmitglied für die AGP und die Verbreitung der Mitarbeiterbeteiligung engagieren. Neue stellvertretende Vorsitzende wird Ilka Schulze, die seit 2015 dem AGP-Vorstand angehört.

In den AGP-Vorstand neu gewählt wurden Prof. Dr. Thomas Steger und Sven Huschke. Prof. Steger habilitierte 2006 an der Technischen Universität Chemnitz und ist seit 2011 Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre insbesondere Führung und Organisation an der Universität Regensburg. Sven Huschke übernahm nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule in Brandenburg die Leitung des Controllings der Cortado Holding AG aus Berlin und gehört seit dem Rechtsformwechsel zur Aktiengesellschaft in 2009 dem Vorstand an.

Ausgeschieden aus dem Vorstand der AGP sind nach dreijähriger Amtszeit Prof. Dr. Tobias Schäfers sowie Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof nach sechsjähriger Amtszeit. Beiden scheidenden Vorständen gilt der Dank der AGP für ihr Engagement.

Tagungsbericht 66. AGP Jahrestagung

Auf dem jährlich stattfindenden Branchentreff des Bundesverbands Mitarbeiterbeteiligung kamen in diesem Jahr rund 80 Fachexperten und Unternehmer am 2 Juni in München-Unterschleißheim zusammen, um einen Blick auf die Zukunft der Arbeit zu werfen. Unter dem Motto „Menschen machen Wirtschaft“ widmete sich die gemeinsame Tagung des Bundesverbands Mitarbeiterbeteiligung, der Baader Bank AG und Rödl & Partner der Rolle der Mitarbeiterbeteiligung in einer sich verändernden Arbeitswelt, in der Selbstbestimmung, Partizipation und Potentialentfaltung zu wesentlichen Vorrausetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg werden wird. Das Prinzip der „Teilhabe“ stellt nicht nur eine wichtige Antwort auf die Herausforderungen von Arbeit 4.0 / Zukunft der Arbeit dar, sondern schafft auch schon heute eine Unternehmenskultur auf Augenhöhe, die mehr Identifikation und Bindung ermöglicht und eine bessere Performance hervorbringt, so der Tenor der Tagung.

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Cortado ist AGP Sterne Preisträger 2016

Die Cortado Holding AG aus Berlin wurde am 2. Juni in München für ihre partnerschaftliche Unternehmenskultur und ihr beispielhaftes Mitarbeiterbeteiligungsprogramm mit den „AGP Sternen 2016“ ausgezeichnet. Sven Huschke, Chief Financial Officer, nahm den Preis am Donnerstagabend für Cortado entgegen. „Cortado ist eine der wenigen nicht-gelisteten Aktiengesellschaften, die ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Aktionären macht. Das Prinzip Mitarbeiterbeteiligung ist dabei prägend für das gesamte Unternehmen und seine partnerschaftliche Unternehmenskultur. Wenn wir in die „Zukunft der Arbeit“ schauen, so finden sich bereits viele der neuen Arbeits-, Kooperations- und Entscheidungsformen, die gemeinhin mit dem Stichwort Arbeit 4.0 beschrieben werden, schon heute bei Cortado. Doch bei aller positiven Gestaltung des Arbeitsumfelds hat das Unternehmen auch erkannt, dass Arbeitszufriedenheit nicht nur durch eine schöne Arbeitsumgebung wächst, sondern dass die finanzielle Teilhabe der Mitarbeiter ein ebenfalls wesentlicher Faktor für Zustimmung und Vertrauen und damit für die Leistungsfähigkeit des Unternehmens ist“, begründete Walter Ernst die Entscheidung des AGP Vorstands für die Auszeichnung.

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Vermögensungleichheit - AGP fordert mehr Teilhabe

1. Vorsitzender der AGP, Walter Ernst.

In der aktuellen Debatte um die in Deutschland bestehende Kluft zwischen Arm und Reich fordert der Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung - AGP eine stärkere Teilhabe der Arbeitnehmer am Kapital der Unternehmen. Angesichts der jüngsten Zahlen der Bundesbank zur Vermögensungleichheit in Deutschland müsse sich die Sozialpolitik wieder auf die Förderung der Eigentums- und Vermögensbildung in breiten Schichten der Bevölkerung konzentrieren, so der 1. Vorsitzende der AGP, Walter Ernst, um die Freiheit, Selbstständigkeit und Verantwortlichkeit des Einzelnen in unserer Gesellschaft zu stützen.

So fordert die AGP eine Anhebung der Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmersparzulage sowie des Steuerfreibetrags für Überlassungen von Unternehmensanteilen durch den Arbeitgeber. Darüber hinaus fordert der Verband von der Politik, dass das bereits vorhandene Angebot an Informationen zur Mitarbeiterkapitalbeteiligung, das beispielsweise vom Wirtschaftsministerium bereitgestellt wird, ausgebaut sowie prominenter platziert und thematisiert wird.

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Warum sich die Vermögenspolitik ändern muss

Der Leitartikel der aktuellen Spiegel-Ausgabe Nr. 8 2016 widmet sich dem "Unvermögen" der Deutschen ihr Geld zu vermehren. Neben mangelhafter ökonomischer Grundbildung und der Angst der Deutschen vor dem Risiko kritisiert der Beitrag auch die einseitige Förderung der betrieblichen und privaten Altersvorsorgeprodukte, von denen vor allem die Versicherungswirtschaft profitiert. Der Idee der "Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand" wird dagegen ein schwerer Stand bescheinigt. Auf offener Bühne würde diese Idee bejubelt, doch wenn die Pläne in einen Gesetzestext gegossen werden sollen, scheitern sie am Argwohn der Bürokraten, an den Einwänden der Interessengruppen und am Desinteresse von Arbeitgebern und Gewerkschaften, so heißt es im Spiegel.

>>Forderung der AGP für eine Agenda Mitarbeiterkapitalbeteiligung

AGP ist neues Mitglied der ZAAG

Die „ZukunftsAllianz Arbeit & Gesellschaft“ (ZAAG) steht für Fortschritt im System Arbeit als auch in allen damit kommunizierenden gesellschaftlichen Bereichen. Zielsetzung der ersten cross-sektorale Plattform von Akteuren der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Bildung ist es, wichtigen Akteuren in Arbeit und Gesellschaft eine authentische, verbindende und öffentliche wie politisch gehörte Stimme zu geben. Als „ÜbermorgenMacher“ will die ZAAG Zukunftskonzepte, Forderungen und Innovationsimpulse in fünf Handlungsfeldern entwickeln und anstoßen:

• Verantwortliche (Unternehmens-) Führung
• Zukunft von Bildung, Wissenserwerb und Wissensaustausch
• Individualisierung und Vielfalt der Gesellschaft
• Demografischer Wandel, Generationen-Fairness und Einwanderung
• Zukunftsfähigkeit durch Transformation und Innovation.

„Vor dem Hintergrund technologischer wie demografischer Umbrüche als auch großer Migrationsbewegungen bedarf es Organisationen, die für eine humane Zukunft von Arbeit und Gesellschaft stehen. Als erste cross-sektorale Allianz zukunftsorientierter Vereinigungen und Persönlichkeiten bündeln wir Kräfte für eine starke, im öffentlichen Raum gehörte Stimme und für spürbare Reformimpulse“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Thomas Sattelberger anlässlich der Vereinsgründung im Juli letzten Jahres in Frankfurt am Main.

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Mitarbeiteraktien im Finanztest

Viele börsennotierte Firmen bieten ihren Beschäftigten Mitarbeiteraktien zu günstigen Konditionen an. Finanztest hat erstmals untersucht, welche günstigen Möglichkeiten des Aktienbezugs die Firmen aus den Aktienindizes Dax und MDax ihren Mitarbeitern anbieten und wie solche Programme gestaltet sind. Die Finanztest-Experten erklären, welche Regelungen für Mitarbeiter-Aktienprogramme in den Dax- und MDax-Unternehmen gelten, wie Anleger, die in Einzelaktien investieren, ihr Risiko minimieren können und welche Steuerregeln für den Bezug von Belegschaftsaktien gelten. Der Beitrag sowie die gesamte Finanztest-Ausgabe 02/2016 sind kostenpflichtig auf der Internestseite von Stiftung Warentest freischaltbar.

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AGP Mitteilungen 2015

Heute wie vor 65 Jahren dokumentieren die AGP Mitteilungen zeitaktuelle Aspekte der Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland. Das Magazin des Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung beleuchtet als Jahresrückblick dabei politische Entwicklungen und betriebliche Modelle, dokumentiert Tagungen, Veranstaltungen und Geschehnisse aus dem Verband und liefert Erfahrungsberichte und Konzepte der Erfolgs- und Kapitalbeteiligung aus den Unternehmen.

Die aktuelle Ausgabe finden Sie als E-Paper>>hier

Beteiligung vor allem im Mittelstand

Nach aktuellen Schätzungen des Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung - AGP sind in Deutschland rund 2 Mio. Arbeitnehmer an ihrem Unternehmen finanziell beteiligt. Davon sind etwa 900.000 Belegschaftsaktionäre. Rund 700 Unternehmen machen auf diesem Weg ihre Mitarbeiter zu Teilhabern. Die Mehrzahl der beteiligten Mitarbeiter findet sich allerdings in den Familienunternehmen des Mittelstandes. Hier sind ca. 1,1 Mio. Arbeitnehmer in etwa 3.500 Unternehmen als stille Gesellschafter oder als Inhaber von Genussrechten beteiligt. Während die Zahl der Belegschaftsaktionäre nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts in 2014 einen Tiefstand erreicht hat, ist die Tendenz im Mittelstand deutlich steigend.

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65 Jahre Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung

Im Oktober 2015 feiert der Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung - AGP sein 65-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums betont Geschäftsführer Dr. Heinrich Beyer die Aktualität der Gründungsziele der AGP: „Nicht zuletzt durch das Auseinanderdriften der Vermögen schwindet die Zustimmung zu unserem Wirtschaftssystem. Durch die Teilhabe der Arbeitnehmer am Kapital der Unternehmen erhalten auch breite Schichten der Bevölkerung die Chance, vom Erfolg der Wirtschaft zu profitieren und Vermögen aufzubauen. In einer solchen Gesellschaft von Teilhabern, wie sie den AGP-Gründern vorschwebte, könnte diese Ungleichheit verringert werden“, so Beyer.

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Tag der Teilhabe am 20.11.2015 in Berlin

Das Thema der Teilhabe von Mitarbeitern und Führungskräften am Unternehmen hat in den zurückliegenden Jahren international einen immer größeren Stellenwert gefunden. Verglichen mit anderen Ländern fristet das Thema in Deutschland dennoch weitestgehend ein Schattendasein. Nur wenige deutsche Unternehmen offerieren derartige Angebote weltweit, nachhaltig und substanziell.

Vor diesem Hintergrund soll mit dem Tag der Teilhabe dem Thema Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland stärkeres Gehör verschafft und eine Diskussion zur Verbesserung des Förderrahmens angestoßen werden. Dazu kommen hochrangige Entscheider aus Politik, Verbänden und Unternehmen sowie Wissenschaftsvertreter zusammen, um der Frage nachzugehen, wie in einer modernen Arbeitswelt die Teilhabe und Teilnahme von Beschäftigten so gestaltet werden kann, dass die Erwartungen und Bedürfnisse der Beschäftigten sowie die Herausforderungen für Unternehmen gleichermaßen berücksichtigt werden.

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Neue Studie zur Wirkung der Mitarbeiterbeteiligung

Mitarbeiterbeteiligungsprogramme stärken die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und erhöhen deren Engagement und Performance. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Wolff. Am Beispiel der Siemens AG analysiert die Studie erstmalig die Wirkungsmechanismen der Mitarbeiterbeteiligung innerhalb eines Unternehmens. Dabei stand die Wirkung des Aktien-Beteiligungsprogramm von Siemens auf das Engagement der Mitarbeiter sowie die individuelle und die organisationale Performance im Fokus.

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Beteiligungsprogramme sollen Aktienkultur stärken

Bundesminister Gabriel (3 v. l.), Andreas Preuß (Deutsche Börse AG) (l.), Susanne Klatten (UnternehmerTUM GmbH) (2. v. l.) und Jürgen Fitschen (Deutsche Bank AG) (r.) © BMWi/Susanne Eriksson

Mitarbeiterbeteiligungsprogramme können einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Aktienkultur leisten. Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe des runden Tisches „Mehr Börsengänge von jungen Wachstumsunternehmen in Deutschland“, den Bundesminister Sigmar Gabriel eingerichtet hat. Da Beteiligungsprogramme in Deutschland im Vergleich zu den europäischen Nachbarn nur eine untergeordnete Rolle spielen, empfiehlt die Arbeitsgruppe eine signifikante Anhebung des steuer- und sozialabgabenfreien Betrags sowie regulatorische Erleichterungen für die Ausgabe von Belegschaftsaktien.

Dem runden Tisch gehören 19 Mitglieder an, darunter BMW-Erbin Susanne Klatten, Noch-Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutsche Börse AG Andreas Preuß sowie Dr. Christina Bortenlänger, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Aktieninstituts. In drei Arbeitsgruppen haben sie Vorschläge erarbeitet, wie Deutschland wieder als Börsenstandort insbesondere für Start-Ups etabliert werden kann.

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30 Jahre Mitarbeiterkapitalbeteiligung bei STIHL

Damals noch Neuland, heute eine Erfolgsgeschichte: Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung bei STIHL erreicht das 30-jährige Jubiläum. STIHL Vorstandsvorsitzender Dr. Bertram Kandziora bewertet das Modell als „einzigartiges Beispiel dafür, wie ein Unternehmen seine Beschäftigten am Unternehmenserfolg beteiligen kann". Seit 1985 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des STIHL Stammhauses, der ANDREAS STIHL AG & Co. KG, die Möglichkeit, sich in Form von Genussrechten am Unternehmen zu beteiligen. Dr. Nikolas Stihl, Vorsitzender von STIHL Beirat und Aufsichtsrat, betont: „Die langfristige Beteiligung der Mitarbeiter ist ein modernes Instrument der Unternehmensführung und der gesellschaftlichen Verantwortung. Loyalität und Identifikation der Beschäftigten mit dem Unternehmen werden gestärkt". STIHL betrat 1985 mit der Mitarbeiterkapitalbeteiligung bundesweit Neuland und wurde für dieses Modell 2013 mit dem Preis „AGP Sterne 2013" ausgezeichnet.

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Erhöhter Freibetrag in GB zeigt starke Wirkung

Anfang 2014 erhöhte die britische Regierung den Freibetrag für Beteiligungsprogramme um mehr als ein Fünftel (21 %). Wie Zahlen des britischen Fachverbands für Mitarbeiterbeteiligung, IFS Proshare, nun zeigen, hat sich diese Erhöhung sowohl positiv auf die Zahl der beteiligten Mitarbeiter als auch auf die Beteiligungssumme ausgewirkt. So sparten in 2014 britische Arbeitnehmer £ 40 Mio. mehr in Beteiligungsprogrammen als in 2013 an. Die Zahl der Mitarbeiter, die sich für die Teilnahme entschieden, stieg in diesem Zeitraum um 65 % von 378.420 auf 576.538. Insgesamt nutzen aktuell mehr als 1,4 Mio. britische Arbeitnehmer Beteiligungsprogramme ihres Arbeitgebers und sparen damit durchschnittlich £ 122,94 im Monat. „Es freut uns, dass die aktuellen Veränderungen zu einer größeren Resonanz bei den Arbeitnehmern geführt haben. Die Zahlen machen aber auch die Bedeutung der Mitarbeiterbeteiligung für die Wirtschaft, die Produktivität und die Vermögensbildung in Großbritannien deutlich“, wie Gabbi Stopp, Head of Employee Share Ownership bei IFS Proshare betont.

15 Jahre Mitarbeiterbeteiligung bei Voestalpine

Vor 15 Jahren entwickelten das Management und der Betriebsrat des Voestalpine-Konzerns gemeinsam ein innovatives und für viele zu diesem Zeitpunkt überraschendes Konzept: die Mitarbeiter sollten sich mit eigenem Aktienbesitz am Unternehmen beteiligen und mittels Stimmrechtsbündelung zu einem stabilen Kernaktionär werden.

Der Konzern durchlief zu dieser Zeit einen dramatischen Wandel. Mitte der 80er Jahre war das Unternehmen noch im Staatsbesitz und auf dem Höhepunkt der europäischen Stahlkrise nahezu bankrott. In der Folge gelang es durch konsequente Umstrukturierungen und strategische Neuausrichtung das Unternehmen wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Heute ist die Voestalpine der profitabelste stahlbasierte Technologie- und Industriegüterkonzern in Europa. Einen entscheidenden Anteil an diesem erfolgreichen Wandel des Unternehmens schreibt das Management der Voestalpine dabei dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm zu, das die Mitarbeiter mittlerweile zu der zweitgrößten Shareholdergruppe des Konzerns macht.

Management und Betriebsrat stehen auch heute nach 15 Jahren geschlossen hinter der Mitarbeiterbeteiligung, die beispielhaft für die gelebte „innerbetriebliche Sozialpartnerschaft“ steht und für die die Voestalpine europaweit bekannt ist. „Dass es uns gemeinsam gelungen ist, ein so einzigartiges Modell über sonstige Interessengegensätze hinweg zu entwickeln, das ist schon etwas Besonderes“, so Konzernbetriebsratsvorsitzender Hans-Karl Schaller.

>> Gastbeitrag von Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzende der Voestalpine AG „Die Chance: Mitarbeiter als Aktionäre fördern“

>> Mehr über das Voestalpine-Beteiligungsprogramm

Für eine Agenda Mitarbeiterkapitalbeteiligung

In dem heute veröffentlichten Appell „Für eine Agenda Mitarbeiterkapitalbeteiligung“ fordern zehn namhafte Verbände von der Politik, die Rahmenbedingungen für Mitarbeiterkapitalbeteiligung zu verbessern und sich so für eine stärkere Verbreitung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung in deutschen Unternehmen einzusetzen.

Zu den Mitinitiatoren der „Agenda Mitarbeiterkapitalbeteiligung“ zählen neben dem Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung – AGP u.a. die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände – BDA, der Bundesverband der Deutschen Industrie – BDI und das Deutsche Aktieninstitut – DAI. In der Agenda bringen die Verbände ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass die Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivkapital eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern fördert und gleichzeitig mehr Arbeitnehmern die Möglichkeit eröffnet, am Wachstum ihres Unternehmens und am Produktivkapital der Wirtschaft teilzuhaben.

Die Verbände appellieren in ihrem Aufruf, die Mitarbeiterkapitalbeteiligung wieder auf die politische Agenda zu setzen und damit dem Aufruf des Europäischen Parlaments zu folgen, das Anfang 2014 die Mitgliedstaaten zu mehr Engagement für die Verbreitung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung aufgefordert hatte.

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Globus ist AGP Sterne Preisträger 2015

Die Globus SB-Warenhaus Holding GmbH & Co. KG aus dem saarländischen St. Wendel wurde auf der 65. Jahrestagung der AGP am 21. Mai in Nürnberg für ihre partnerschaftliche Unternehmenskultur und ihr beispielhaftes Mitarbeiterbeteiligungsprogramm mit den „AGP Sternen 2015“ ausgezeichnet. Stefan Britz, Bereich Mitarbeitermanagement, nahm den Preis am Donnerstagabend für Globus entgegen.

„Mehr als 50 Prozent beteiligte Mitarbeiter in Deutschland, die als stille Gesellschafter eine Gesamteinlage von 55 Mio. € aufbringen, zeugen von einer besonderen Vertrauenskultur, die im Unternehmen herrscht. Dies schafft Globus durch konsequente Information, transparente Kommunikation und die Beteiligung der Mitarbeiter an Entscheidungen“, begründete Walter Ernst, 1. Vorsitzender der AGP, die Entscheidung des aus Unternehmern und Experten besetzten AGP Vorstands für die Auszeichnung.

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BMAS startet Dialog über zukünftige Arbeitswelt

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat mit der Auftaktveranstaltung "Arbeiten 4.0" einen Dialog rund um zentrale Gestaltungsfragen der zukünftigen Arbeitswelt gestartet. Ein von Andrea Nahles vorgestelltes Grünbuch "Arbeiten 4.0" skizziert die großen Herausforderungen und Handlungsfelder und dient als Diskussionsgrundlage darüber, wie wir arbeiten wollen und welche Gestaltungschancen es für Unternehmen, Beschäftigte, Sozialpartner und Politik gibt. Das Handlungsfeld „Unternehmen der Zukunft“ beleuchtet dabei die Frage, wie in einer modernen Arbeitswelt die Teilhabe und Teilnahme von Beschäftigten so gestaltet werden kann, dass die Erwartungen und Fähigkeiten der Beschäftigten und die Herausforderungen für Unternehmen gleichermaßen berücksichtigt werden (www.arbeitenviernull.de/gruenbuch/handlungsfelder/unternehmen-der-zukunft.html). An dem Dialog können sich sowohl die Fachöffentlichkeit als auch Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Der Dialog soll seinen Abschluss Ende 2016 finden mit einem Weißbuch Arbeiten 4.0, das konkrete Handlungsoptionen aufzeigen wird.

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Erfolgsfaktor Mitarbeiterbeteiligung?

Bei der finanziellen Beteiligung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen an ihrem Arbeit gebenden Unternehmen wird immer wieder die Frage gestellt, ob die damit verbundenen Zielsetzungen auch tatsächlich erreicht werden. Denn Erfolgs- und Kapitalbeteiligungen sollen die Motivation und das Engagement der Beschäftigten steigern und derart – um es allgemein zu formulieren – die „Performance“ des Unternehmens verbessern. Gibt es dazu genügend wissenschaftliche Untersuchungen und empirisch Studien und kann ein möglicherweise bestehender Zusammenhang überhaupt nachgewiesen werden? Die Antwort zu beiden Fragen gibt der Geschäftsführer der AGP, Dr. Heinrich Beyer, in seinem Kommentar vom 31. März.

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Mitarbeiterkapitalbeteiligung endlich fördern

Dr. Norbert Kuhn, Leiter Unternehmensfinanzierung des Deutsches Aktieninstituts

Dr. Norbert Kuhn, Leiter Unternehmensfinanzierung des Deutsches Aktieninstituts (DAI), bemängelt in einem Gastbeitrag für die AGP die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Deutschland. Diese erschwerten es Unternehmen u.a. Belegschaftsaktien anzubieten und ihre Mitarbeiter von den Vorteilen zu überzeugen. Er nennt vor allem den im europäischen Vergleich zu geringen Freibetrag und fordert eine Anpassung an das international übliche Niveau von mindestens 1.000 Euro pro Jahr.

Kuhn fordert von der Bundesregierung endlich zu handeln, da die Niedrigzinsphase tiefe Spuren in der Altersvorsorge der breiten Bevölkerung hinterlässt. Nur mit renditeträchtigeren Anlageformen wie Aktie könnten die Bürger langfristig ihr Vermögen mehren oder zumindest das bereits Ersparte erhalten, so Kuhn. Doch obwohl die Kurse an den Aktienmärkten seit 2009 bergauf zeigen und von Rekord zu Rekord eilen, bleiben die meisten privaten Anleger weiter den Börsen fern. Mit gerade einmal 800.000 habe das DAI noch nie so wenige Belegschaftsaktionäre wie im Jahr 2014 gezählt. Um sich dem Thema Aktiensparen zu nähern, sei die Belegschaftsaktie der ideale Einstieg, so Kuhn.

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Beteiligungsprogramme müssen angepasst werden

Unternehmen, die vor dem 1. April 2009 ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm eingeführt und darin eine steuer- und sozialabgabenfreie Überlassung von Vermögensbeteiligungen an ihre Mitarbeiter vorgesehen haben, müssen dieses der aktuellen Rechtslage anpassen. Zum 31.12.2015 endet eine Übergangsfrist, die zum Bestandsschutz für damals bestehende Beteiligungsprogramme eingeführt wurde. Spätestens bei den Beteiligungsangeboten für 2016 müssen diese Unternehmen auf die aktuell geltenden Regelungen umsteigen oder auf die Steuer- und Sozialabgabenbefreiung bei einer Überlassung verzichten.

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"Teilhaben ist die neue Wertschöpfung"

In einem Interview mit der Wirtschaftswoche vom 20. Januar empfiehlt der Ex-Telekom-Personalvorstand, Thomas Sattelberger, Unternehmen, ihren Mitarbeitern mehr Teilhabe zu ermöglichen. Aus seiner Sicht stellt Teilhabe die neue Wertschöpfung dar. Wo man hinschaue, bröckelten traditionelle Wissensstrukturen, Grenzen verflüssigten sich und die Zeit des Herrschaftswissens gehe vorbei. Als souveräne und aufgeklärte Unternehmensbürger, wollten die Menschen wie im privaten auch in ihrem Unternehmen eine Stimme besitzen, so Sattelberger.

Den Wunsch der Mitarbeiter nach Teilhabe sieht Sattelberger daher neben den neuen digitalen Technologien sowie der Souveränität und des Freiheitsraum des Einzelnen, als einen von drei Trends, denen sich Unternehmen verstärkt gegenüber sehen. Dabei gehe es den Mitarbeitern nicht nur um den Wunsch an der Strategieentwicklung des Unternehmens teilzuhaben, sondern auch darum, am materiellen Ergebnis beteiligt zu werden. Und dies nicht nur über die jährliche Ergebnisbeteiligung, sondern durch die Beteiligung am Produktivkapital.

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